Chronologie eines
Traumes, der in Erfüllung gegangen ist:
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1957
bekomme ich von meinen Eltern zu Weihnachten das Buch: "Die
gelbe Dogge Senta" (.Die gelbe Dogge Senta - Geschichte
einer Freundschaft von Paul Eipper Niemeyer, Hameln
, 1987 - Die Entwicklung der Dogge Senta zeigt, was aus
einem Tier wird, wenn man ihm mit liebevollem Herzen begegnet.
Eippers psychologischer Bericht ist zugleich ein mitreißender
Roman). Ich verschlinge dieses Buch und lese es auch in meinem
weiteren Leben immer wieder. Und es entsteht der Wunsch - Ich
muss eine gelbe Dogge haben.
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Bis
1974 haben wir drei Mischlingshunde, leider ist
keine Dogge dabei. Kein Geld, kein Welpe vorhanden, es gibt
immer wieder andere Gründe dafür.
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4.7.1974:
Bei einem Baustellenbesuch, zu dem mich meine kleine Tochter begleitet,
sieht sie beim Nachbarn junge Hunde. Es sind "Kleine Münsterländer".
Sie verliebt sich sofort in "Biska".
Da wir zur Zeit keinen Hund haben, kann ich ihr diesen Wunsch
nicht abschlagen, wir nehmen ihn mit. Wieder keine Dogge. Aber
Biska ist der beste Freund meiner Tochter und wächst mit ihr auf.
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30.4.1987:
Biska ist schon alt geworden. Ich überlege, einen neuen Hund
anzuschaffen, da mir die täglichen Spaziergänge fehlen. Biska
kann kaum mehr laufen. Ich möchte eine Dogge kaufen. Leider gibt
es trotz Suche keine Welpen. Da höre ich von einem Deutschen Schäferhund
namens Quando, der in einem Zwinger lebt,
dort nur zum Decken vorgesehen ist, und dem es gar nicht gut geht.
Ich schaue ihn mir an, und es ist beiderseitige Liebe auf den
ersten Blick. Nach langen Verhandlungen mit dem Besitzer kaufe
ich das Tier. Doch der Hund ist durch den langen Zwingeraufenthalt
schwer geschädigt. Er kann nicht Stiegensteigen, ist gegenüber
Fremden extrem scharf, ist gegen jeden misstrauisch und lässt
niemand an mich heran. Mit viel Geduld und Ausdauer kann ich ihm
die meisten Unarten abgewöhnen. Er wird ein zuverlässiger und
treuer Begleiter. Ein paar Dinge kann ich ihm jedoch bis zum Alter
nicht abgewöhnen. Er lässt es nicht zu, dass mir jemand die Hand
gibt oder mich gar berührt, und er schützt die Haustüre wie seinen
Augapfel. Ich muss also alle Besucher bitten, mir ja nicht zu
nahe zu kommen. Im Haus selber ist er auch Fremden gegenüber der
bravste Hund. Er lässt sich von allen streicheln und ist der liebste
Hund. Bei der Haustüre ist es jedoch mit jeder Freundschaft
vorbei.
Quando war aber bis zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand treueste
und bravste Hund den ich hatte. Er folgte auf jedes Wort und jedes
Zeichen. Nach einiger Zeit waren wir so weit, dass er einfach
wusste, was ich wollte. Zwischen uns gab es fast nur Augenkontakte,
Worte waren nicht erforderlich.
Er wurde auch zum Bergkameraden für mich. Auf über zwanzig 3000er
und bei unzähligen Bergwanderungen war er als Begleiter dabei.
Am 30.12.1998 wollen Einbrecher durch ein Kellerfenster in unser
Haus einsteigen. Sie haben nicht mit der Aufmerksamkeit von Quando
gerechnet. Schnell sind sie wieder fort :-)).
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7.7.1999:
Quando muss eingeschläfert werden. Die ganze Nacht sitze ich bei
ihm am Boden. Er kann nicht mehr auf die Hinterbeine. Er liegt
neben mir und schaut mich die ganze Nacht nur an. Eine der schlimmsten
Nächte meines Lebens. Am Morgen Anruf bei der Tierärztin, die
sofort ins Haus kommt. Er wird narkotisiert und dann eingeschläfert.
Ich schwöre mir, nun keinen Hund mehr zu nehmen. Zu viel hat mir
Quando bedeutet, so einen Hund werde ich nie mehr bekommen.
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11.7.1999:
Meine Tochter, die mit der Tierärztin gut befreundet ist,
bringt mir eine junge Katze, die eingeschläfert werden sollte.
Da sie meinen Schmerz um Quando kennt, und ich keinen Hund mehr
haben will, soll ich eben eine Katze nehmen. Und so komme ich
zu meinem Kater Benjamin.
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15.7.1999:
Eine Katze alleine im Haus ist arm. Sie braucht einen Spielgefährten.
Durch Zufall lese ich in der Zeitung ein Inserat, "Katzenjunge
abzugeben". Also wird die nicht ganz reinrassige Sibirische
Katze Sarah abgeholt. Wir haben
viel Spaß mit den beiden Katzen. Doch als alter Hundefreund geht
mir doch etwas ab. Der Schmerz um Quando lässt etwas nach, ich
überlege, ob ich nicht doch wieder einen Hund ins Haus holen soll.
Mein alter Kindheitstraum könnte nun endlich in Erfüllung gehen.
Da es wohl der letzte Hund in meinem Leben ist, soll es dieses
Mal endgültig eine gelbe Dogge sein.
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23.7.1999:
Ich halte es nicht mehr aus. Im Internet suche ich Doggenzüchter
aus Österreich. Ich werde sogar in Oberösterreich fündig. Bei
einem Anruf wird mir erklärt, dass eine gelbe Dogge zu haben sei.
Ich frage nicht mehr viel und vereinbare mit dem Züchter, den
Hund zunächst am nächsten Tag einmal anzuschauen. Doch in Gedanken
bin ich schon viel weiter :-)).
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24.7.1999:
Es könnte ja doch sein, dass wir den Hund gleich mit nach Hause
nehmen. Damit er es im Auto schön kuschelig hat, fahren meine
Frau und ich mit dem VW Golf und nicht mit dem Renault Espace.
Im kleinen Auto ist es ja weit gemütlicher für kleine Hunde. Um
den Hund bei der Fahrt abzulenken, nehmen wir auch noch den American
Staffordshire Terrier und den Jack Russel meiner Tochter im Kofferraum
mit. Beim Züchter angekommen, gleich die Überraschung. Die Welpen
sind bereits 6 Monate alt. Nicht viel kleiner als mein ehemaliger
Schäfer Quando. Im Zwinger eine ganze Meute von jungen Hunden.
Man sollte meinen, die Auswahl wäre schwer gefallen. Oh nein!
Einer der Junghunde kommt sofort auf mich zu, begrüßt mich stürmisch
und tut, als würden wir uns schon lange kennen. Na ja, er gefällt
auch mir sofort. Es ist Nero. Wir verstehen
uns auf Anhieb sehr gut. Da er nicht mehr von meiner Seite weicht
ist es klar, genau der wird unser neuer Begleiter. Und, wie ich
ja bereits innerlich erhofft hatte, wir nehmen ihn gleich mit.
Na ja, wir hätten vielleicht doch mit dem größeren Auto fahren
sollen - die Heimfahrt wird zum Abenteuer.
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25.7.1999:
Um den Junghund an das Haus zu gewöhnen, bleiben die beiden Hunde
meiner Tochter eine Woche bei mir. Die drei verstehen sich prächtig,
und bei Spiel und Spaß hat sich Nero in unserem Haus eingewöhnt.
Auch mit den Katzen gibt es keinerlei Probleme. Nero ist sie vom
Züchter her gewöhnt, da auch dort welche leben. Der Hund ist von
Anfang an sehr zutraulich, lieb, und weicht kaum von meiner Seite.
Meine einzige Sorge ist, dass Nero nach dem Herumtollen immer
etwas hinkt.
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26.7.2000:
Nero erhält die Grundimpfungen SHP und L sowie eine Tollwutimpfung.
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4.8.1999:
Besuch bei der Tierärztin. Impfungen werden durchgeführt und eine
Untersuchung. Da der Hund immer wieder leicht hinkt, schickt uns
die Tierärztin zu einer Röntgenuntersuchung.
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9.8.1999:
Nach der Röntgenuntersuchung haben wir es schwarz auf weiß. Nero
ist
schwer krank. Seine Hüftgelenke sind stark entzündet, seine Knochen
aufgeweicht, seine Wirbelsäule ist verschoben. Der Tierarzt rät
uns, den Hund sofort wieder dem Züchter
zurückzugeben. Aber wir haben uns schon so an Nero gewöhnt, dass
dies nicht in Frage kommt. Der Tierarzt meint aber, dass es sehr
fraglich sei, ob der Hund je normal und ohne Schmerzen laufen
könne.
Wir beginnen also mit der Behandlung: Schmerzstillende und entzündungshemmende
Medikamente, hochwertigstes Trockenfutter, Mineralstoffe, Vitamine
und genau dosierte Spaziergänge. Durch die Schmerzen frisst aber
der Hund kaum. Also müssen wir die verschiedensten Arten von Trockenfutter
testen, bis ihm ein Futter zusagt. Es ist eine harte Zeit für
uns alle. Der Hund ist sehr geschwächt und bekommt auch noch die
Herbstgrasmilbe. Doch er versteht, dass wir nur das Beste für
ihn wollen, und wird immer anhänglicher.
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August
1999: Es findet ein Probesylvester (welch ein Schwachsinn!)
bei uns in der
Stadt statt. Es wird geschossen und gelärmt. Nero fürchtet sich
wie noch nie und verkriecht sich in der hintersten Ecke. Ich streichle
ihn und rede ihm gut zu, um ihm die Angst zu nehmen. Erst am nächsten
Vormittag beruhigt er sich wieder. Manche Veranstalter von solch
"spaßigen" Festen wissen scheinbar wirklich nicht, was
sie Haustieren damit antun.
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2.9.1999:
Heute gehen wir zum ersten Mal bei Regen spazieren. Zuerst schüttelt
er sich, doch dann macht es ihm Spaß.
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18.11.1999:
Es scheint, dass wir alles in den Griff bekommen. Nero fängt
regelmäßig und ausgiebig zu 
fressen an. Er hinkt beim Spazieren gehen fast nicht mehr. Wir
machen schon ausgedehnte Spaziergänge.
Heute schneit es zum ersten Mal in seinem Leben. Es ist für Nero
zwar etwas ungewohnt, und er setzt Schritt für Schritt in den
Schnee, aber nach einiger Zeit macht auch das Spaß.
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20.11.1999:
Man kann ihn jetzt schon einige Zeit (max. 1 Stunde) alleine zu
Hause lassen.
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23.12.1999:
Wir gehen bei minus 15 Grad Celsius spazieren. Ich fürchte, dass
es ihm zu kalt wird. Doch Nero tobt umher wie schon lange nicht.
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Weihnachten
1999: Es ist geschafft. Nero frisst für zwei. Und bei den
Spaziergängen tobt er herum, als hätte er nie etwas gehabt. Wir
gehen jetzt schon 2 Stunden täglich äußerln. Und er genießt das.
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24.12.1999:
Heute markiert er zum ersten Mal. Aber noch ohne das Bein
zu heben.
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31.12.1999:
Jetzt hebt er auch das Bein beim markieren.
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31.12.1999:
Nach den Erfahrungen mit dem unsinnigen Probesylvester im Sommer
gehe ich vor Mitternacht zu Nero, um ihn während des Schiessens
zu beruhigen. Doch der Hund ist jetzt so gefestigt, dass er während
der ganzen Knallerei nicht einmal die Augen aufmacht.
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