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Weimaraner

Es war vor allem die Farbe seines Haarkleids, ein einheitliches Silber-, Reh- oder Mausgrau, die diesen Vorstehhund berühmt gemacht hat. Ein Amerikaner, der den Weimaraner schätzangelernt hatte, nannte ihn grey ghost, was grauer Geist bedeutet, und bewirkte damit, dass die Rasse von einem Tag zum anderen weltweit bekannt wurde. Wegen seiner hervorragenden Jagdeigenschaften und ausgezeichneten Fähigkeiten als Wach- und Begleithund hat der Weimaraner in Europa den Erfolg, den er verdient; allerdings wurde er nie zum Modehund. Seine elegante, muskulöse Gestalt und seine intelligenten, bernsteinfarbenen Augen haben ihm im 18. Jahrhundert am Hof des Großherzogs Karl August von Sachsen-Weimar den Beinamen, „Aristokrat" eingetragen. Er ist ein edler Jagdhund, der mit gezügeltem Temperament und großer Ausdauer seinen sehr gut entwickelten Geruchssinn nicht nur bei der Feld- und Waldarbeit, sondern auch bei der Wasserjagd einsetzt. Mit tiefer Nase sucht er 

gewissenhaft jeden Quadratzentimeter Boden ab, damit ihm nichts entgeht. Früher jagte er alle Wildarten und fürchtete sich weder vor der Wildkatze noch vor dem Wolf. Im Gegenteil, die beiden gaben ihm Gelegenheit, seinen Mut und seine Jagdleidenschaft voll zu entfalten. Da er kräftige Kiefer besitzt, ist er in der Lage, auch einen schweren Fuchs zu apportieren. Er wird im Gegensatz zu vergleichbaren Rassen ausgesprochen spät reif. Entsprechend später beginnt dann auch seine Ausbildung - nicht nur als Jagdhund, sondern auch als Polizei- und Schutzhund, wozu er gut geeignet ist. Dem flämischen Maler van Dyck gefiel der Weimaraner offenbar so gut, dass er ihn im Bild festhielt. Wegen seiner Schönheit, aber auch aufgrund seines angenehmen Wesens und seiner Gelehrigkeit wurde er drei Jahrhunderte später der treue Begleiter von Präsident Eisenhower.

Zur Geschichte

Die Entstehung des Weimaraners liegt sehr weit zurück und ist noch immer nicht ganz geklärt. Höchstwahrscheinlich, so sagen die einen, stammt er vom Sankt-Hubertus-Hund ab, dem direkten oder indirekten Stammvater so vieler Jagdhundrassen. Einige sehen in ihm einen Abkömmling der Chiens Gris de Saint Louis, die im 15. Jahrhundert über den Rhein gekommen sein sollen. Andere dagegen meinen, es handle sich um eine einheimische deutsche Rasse, eine Abart des Deutsch-Kurzhaars mit dem Leithund als gemeinsamem Ahnherrn, der seinerseits von den alten Deutschen Laufhunden abstammte. Eines steht jedoch fest: Der Weimaraner existierte schon lange, bevor er am Hof der Herzöge von Sachsen- Weimar auftauchte. Dass Großherzog Karl August ihn aus einem weiß-orangefarbenen Pointer, kleinen Sankt-Hubertus-Hunden und unbekannten Rassen züchten ließ wie manche behaupteten, erscheint kaum denkbar. Aber die Herzöge von Sachsen-Weimar ließen dafür sorgen, dass der Weimaraner, zu dessen Vorfahren möglicherweise ein Pointer, eine Deutsche Dogge und ein Deutsch-Kurzhaar zählen, durch strenge Zuchtwahl sein schönes graues Fell erhielt. 1896 wurde die Rasse anerkannt, 1935 ihr Standard aufgestellt. Er wird als Kurz-,  Stock- und Langhaar gezüchtet.

Ratschläge für die Haltung:

Der Weimaraner ist ausgesprochen anfällig für Infektionskrankheiten, beispielsweise für die Staupe. Regelmäßig die Ohren reinigen.

Standard

Allgemeine Erscheinung: großer Jagdgebrauchshund mit kräftiger Muskulatur.
Größe: Rüde 59--70 cm; Hündin 57-65 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt (etwa 23-28 kg).
Kopf: trocken, proportional zur Körpergröße, beim Rüden größer als bei der Hündin; geringer Stop; gerader oder leicht gewölbter Nasenrücken; dunkelfleischfarbene Nasenkuppe.
Augen: rund; ganz leicht schräggestellte Lidöffnungen; hell- oder dunkelbernsteinfarben, beim Welpen hellblau.
Ohren: hoch angesetzt, ziemlich lang.
Hals: muskulös, fast rund, nicht zu kurz, elegant getragen.
Körper: gut proportioniert und bemuskelt; gut bemuskelte Schultern; kräftige Brust; muskulöser Rücken.
Rute: beim Kurzhaar um die Hälfte gekürzt.
Gliedmaßen: vordere gerade stehend; hintere lang und kräftig, gut gewinkelte Sprunggelenke.
Pfoten: kompakt, geschlossen.
Haar: beim Kurzhaar kurz, glatt, sehr dicht; beim Rauhaar mittellang, dicht, gerade; beim Langhaar weich, lang, glatt oder wellig.
Farbe: silber-, reh-, mausgrau oder Zwischentöne; kleine weiße Abzeichen an Brust und Läufen sind erlaubt.
Fehler: zu großer oder zu kleiner Wuchs; rosa Nase; falsche Farbe; keine bernsteinfarbenen Augen.

Das graue Fell des Weimaraners

Es gibt eine ganze Reihe Hunderassen, deren Haarkleid grau sein kann, aber beim Weimaraner ist Grau die einzige zulässige Farbe. Über die Entstehung dieser Farbe wurden zahlreiche Theorien aufgestellt. Die einen meinten, ein schwarzer Sankt-Hubertus-Hund sei durch Mutation grau geworden; andere schrieben das Grau des Weimaraners seiner Verwandtschaft mit den blauen Deutschen Doggen zu oder aber einem Vitaminmangel, durch den Braun zu Grau mutierte. Inzwischen hat man die Existenz eines Erbfaktors nachgewiesen, der die Pigmentierung abschwächt. Da sich dieses Gen bei Hunden mit schwarzem Haarkleid rezessiv verhält, kommt es vor, dass zwei schwarze Tiere graue oder blaue Nachkommen haben. Die verschiedenen Nuancen sind ein Asch- oder Mausgrau wie beim Greyhound, Whippet und Pudel, ein Stahlgrau wie beim Berger de Brie und Yorkshire und ein Wolfsgrau wie beim  Spitz.

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