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Schnauzer

Dieser struppige Hund mit dem bärtigen Gesicht ist schon eine besondere Erscheinung unter den Hunden, und sein Name passt gut zu ihm. Man unterscheidet drei verschieden große Spielarten: den Riesen-, den Mittel- und den Zwergschnauzer. Davon ist der aus Baden und Württemberg stammende Mittelschnauzer der älteste Schlag. Früher begleiteten diese Tiere an der Seite der Pferde die Kutschen durch die Waldgebiete Deutschlands. Pferd und Schnauzer waren dabei unzertrennliche Freunde. Bisweilen nannte man den Schnauzer auch Stallpinscher, weil er unermüdlich Ratten und Mäuse in den Pferdeställen fing oder daraus vertrieb. Eine der ältesten Darstellungen des Mittelschnauzers befindet sich in Stuttgart in der Nähe der Leonhardskirche auf einem Brunnen: Darauf sieht man einen mittelalterlichen Nachtwächter mit Laterne und Hund; dabei handelt es sich zweifellos um einen Schnauzer. Außerdem sind diese Hunde auf mehreren Bildern Albrecht Dürers dargestellt und auf einem Wandteppich von Lucas Cranach dem Älteren; auch Rembrandt hat der Schnauzer Modell gestanden. Der Schnauzer ist, und das gilt ohne Ausnahme für alle drei Spielarten, ein intelligentes und 

dynamisches Tier, das leicht ausgebildet werden kann und auch gern arbeitet. Er ist lebhaft, aber nicht unruhig und verlangt von seinem Besitzer das gleiche. Wenn man sich einmal nicht mit ihm beschäftigt, jagt er von sich aus Ratten, Mäuse, Marder, Dachse und Wiesel. Im Grunde seines Wesens ist der Schnauzer treu, verspielt und kinderlieb, jedoch manchmal auch eigensinnig und ein bisschen intolerant. Der Riesenschnauzer gilt als hervorragender Wachhund. Er ist widerstandsfähig und kann durchaus zum Leiten von Vieh eingesetzt werden. Dieses ruhige und bedächtige, jedoch auch sehr temperamentvolle Tier muss sorgfältig ausgebildet werden. Er eignet sich als Polizei-, Zoll- und Blindenführhund, außerdem wird er als Rauschgift- und Sprengstoffsuchhund eingesetzt. Der liebevolle, gehorsame, anhängliche und wachsame Zwergschnauzer schließlich ist die genaue Nachbildung des Mittelschnauzers und somit ein idealer Begleithund, der sich auch in einer kleinen Etagenwohnung wohl fühlt.

Zur Geschichte

Der Mittelschnauzer wurde in Baden und Württemberg gezüchtet und war 1879 auf der Internationalen Hundeausstellung in Hannover zum erstenmal zu sehen. Der Riesenschnauzer dagegen ist 1909 in München zum erstenmal ausgestellt worden und hatte sofort großen Erfolg. Der Zwergschnauzer schließlich entstand um 1900. Alle Größen und Farbschläge werden von dem 1895 gegründeten Pinscher-Schnauzer-Klub e.V betreut, der auch den Standard festlegt.

Ratschläge für die Haltung:

Besonders die großen Schläge brauchen sehr viel Auslauf. Alle täglich kämmen und bürsten.

Standard

Allgemeine Erscheinung: alle drei Schläge eher gedrungen als schlank wirkend, mit quadratischem Bau, unterscheiden sich nur in Größe, Gewicht und Farbe.
Größe: Riesenschnauzer 60-70 cm; Mittelschnauzer 45--50 cm; Zwergschnauzer 30-35 cm.
Gewicht: Riesenschnauzer30-35 kg; Mittelschnauzer 15-17 kg; Zwergschnauzer 5-6 kg.
Kopf: langgestreckt, zur Nasenspitze allmählich spitzer werdend; geringer Stop; breite, schwammige, schwarze Nasenkuppe; fest anliegende Lippen; kräftiger Fang.
Augen: oval, nach vorn gerichtet, dunkel. Ohren: hoch angesetzt, gleichmäßig kupiert und aufrecht getragen oder unkupiert als Steh- oder auch Klappohren.
Hals: nicht zu kurz, kräftig, mit anliegender Kehlhaut.
Körper: wuchtig; Rücken fest; Kruppe leicht gerundet; Schultern kräftig bemuskelt; Bauch mäßig aufgezogen.
Rute: hoch angesetzt, bis auf zwei oder drei Glieder kupiert.
Gliedmaßen: Vorderläufe von allen Seiten gesehen möglichst senkrecht stehend; Hinterläufe mit schräggestellten, flach, aber kräftig bemuskelten Keulen.
Pfoten: kurz, rundlich geschlossen, mit gewölbten Zehen, dunklen Krallen und hatten Ballen.
Haar: dicht, drahtig, hart.
Farbe: alle drei schwarz und pfeffersalzfarben, Zwergschnauzer auch schwarzsilbern und weiß.
Fehler: plumper oder zu leichter, niedriger oder zu hochläufiger Bau; langes, weiches, seidiges Haar.

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