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Rottweiler

Der stämmige Rumpf, unter dessen schwarzem Fell mit rotbraunen Abzeichen sich gewaltige Muskelpakete abzeichnen, lässt den Rottweiler als breitschultrigen Athleten erscheinen, dessen ruhiger Blick Mut und Gutartigkeit ausstrahlt. Doch seine imposante, gedrungene Gestalt weist nicht nur auf große Kraft, sondern auch auf Wendigkeit und Ausdauer hin. Wenn er in seine natürliche Gangart, den Trab, verfällt, kann er erstaunliche Spitzengeschwindigkeiten erreichen und diese über lange Strecken durchhalten. Außerdem zeichnet er sich durch große Sprungkraft und Widerstandsfähigkeit aus - dieses kräftige Tier fühlt sich zu jeder Jahreszeit bei jedem Wetter im Freien wohl. Neben diesen körperlichen Vorzügen besitzt der Rottweiler auch geistige Fähigkeiten: Er ist sehr intelligent und versteht und behält alles, was man ihm beibringt. Es heißt, er vergesse nie, was er einmal gelernt habe. Da er beides, Kraft und Intelligenz, gern beweist, kann man ihn durchaus vor einen

kleinen Wagen oder Schlitten spannen und Kinder spazieren fahren. Wenn der mutige und außergewöhnlich starke Rottweiler auf Angriff und Verteidigung ausgebildet wird, erweist er sich als furchtloser Wachhund, der Fremden und Eindringlingen gefährlich werden kann. Er braucht eine feste Hand, die ihn führt und anleitet. Da der Rottweiler sich seiner Kraft bewusst ist, ist er nicht misstrauisch, sondern sogar gutmütig. Aber er vermag sehr schnell zu erkennen, wenn sich jemand verdächtig benimmt, und reagiert dann sofort. Während des Ersten Weltkrieges setzten die deutschen Truppen den Rottweiler erfolgreich als Meldegänger und Sanitätsbund ein. Heute ist er u. a. als Polizeihund im Einsatz oder als scharfer Wachhund für Fabriken, Grundstücke und Geschäfte. In der Familie dagegen ist er sehr zutraulich und anhänglich, vor allem gegenüber Kindern, die er ganz spontan beschützt.

Zur Geschichte

Der Rottweiler stammt wahrscheinlich von den großen Molossern ab, die während der Perserkriege mit den griechischen Truppen nach Europa kamen. Seine Ahnen kommen vermutlich aus Persien. Der Rottweiler-Klub ist der Meinung, seine Vorfahren seien mit den römischen Legionen über die Alpen gekommen, andere behaupten, mit den Phönikern, die mit Italien Handel trieben. Sicher aber ist, dass sich der Molosser mit bodenständigen Rassen des Raumes Rottweil vermischte, wodurch dann im Lauf der Zeit der heutige Rottweiler entstand. 1907 wurde der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub gegründet.

Ratschläge für die Haltung:

Dieser widerstandsfähige, kraftstrotzende Hund kann gut im Zwinger gehalten werden, braucht aber viel Bewegung. Man sollte ihn nicht an die Kette legen, da sich sonst der Charakter schnell nachteilig ändert. Das Haarkleid muss täglich gekämmt und gebürstet werden, um tote Haare zu entfernen.

Standard

Allgemeine Erscheinung: kräftiger und muskulöser, etwas über mittelgroßer Hund, der weder plump noch leicht wirkt und Wendigkeit und Ausdauer verrät.
Größe: Rüde 61-68 cm; Hündin 56-63 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt (etwa 50 kg).
Kopf:
mittellang; Schädel zwischen den Ohren breit; Hinterhauptstachel gut entwickelt, ohne stark hervorzutreten; Stop ausgeprägt; Nasenrücken gerade; Nasenkuppe breit, schwarz; Lefzen schwarz, fest anliegend; kräftiges Scherengebiss.
Augen: mittelgroß, mandelförmig, tiefbraun, mit anliegenden Lidern.
Ohren: möglichst klein, hängend, dreieckig, hoch angesetzt, sehr weit auseinander stehend.
Hals: kräftig, mäßig lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter Nackenlinie aus der Schulter wachsend, trocken, ohne Wamme.
Körper: geräumige, breite und tiefe Brust mit gut entwickelter Vorbrust und gut gewölbten Rippen; gerader, kräftiger und fester Rücken; kurze, starke und tiefe Lendenpartie; Kruppe breit, von mittlerer Länge, in leichter Rundung verlaufend, weder gerade noch stark abfallend; Flanken nicht aufgezogen; lange, gut gestellte Schultern.
Rute: kurz kupiert.
Gliedmaßen: Vorderläufe gerade, nicht eng stehend, mit kräftig entwickelten und bemuskelten Unterarmen; Hinterläufe mit mäßig langen, breiten und stark bemuskelten Keulen, langen, kräftigen und breit bemuskelten Unterschenkeln und kraftvollen, gut gewinkelten, nicht steilen Sprunggelenken, von hinten gesehen gerade, aber nicht eng gestellt.
Pfoten: rund, gut geschlossen und gewölbt, mit harten Ballen und kurzen, schwarzen und kräftigen Krallen.
Haar: Deckhaar mittellang, derb, dicht und straff anliegend, Unterwolle darf nicht daraus hervortreten.
Farbe: schwarz mit gut abgegrenzten, rotbraunen Abzeichen an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust, Läufen, über den Augen und unter der Rutenwurzel.
Fehler: Anomalie der Hüftgelenke; vorstehender Ober- und Unterkiefer; fehlende Backenzähne; lose, einwärts gerollte oder offene Augenlider; stechender Blick; gelbe oder verschiedenfarbige Augen; Ängstlichkeit; Bösartigkeit; Bewegungsunlust; zu langes oder gewolltes Haar; zu eng oder zu weit gewinkelte Gelenke; kuhhessige oder fassbeinige Läufe.

Eine ruhige, verlässliche Kraft

Der Rottweiler verdankt seinen Namen der baden-württembergischen Stadt Rottweil, die früher Freie Reichsstadt und ein bedeutendes Handelszentrum mit großem Vieh- und Getreidemarkt war.
Zahlreiche Händler verschiedener Zünfte, u. a. auch Metzger und Viehhändler, kamen von weit her nach Rottweil, um einzukaufen oder ihre Waren anzubieten. Da wurden große Viehherden getrieben, und die Leute hatten viel Geld bei sich. Deshalb brauchten sie zu ihrem Schutz gegen Wegelagerer einen Hund, der ihnen mit seiner Intelligenz, seiner Kraft und seinem Mut zur Seite stehen konnte, denn die Reise über Land war gefährlich; außerdem mussten die Herden getrieben und bewacht werden. So entschieden sie sich für den Rottweiler, der wegen seiner Schlauheit und Intelligenz be
kannt war. Da hauptsächlich Metzger den Rottweiler bei sich hatten, bekam er den Beinamen "Metzgerhund". Die Metzger züchteten ihn nur auf Leistung und für ihren Verwendungszweck, so dass ein hervorragender Kampf-, Hüte- und Treiberhund entstand. Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Viehtrieb nachließ, geriet die Rasse in Vergessenheit.
Doch die Rasse wurde gerettet, als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts darauf kam, dass der leicht auszubildender entschlossene und zähe Rottweiler einen guten Polizei- und Wachhund abgeben könnte. Diese Aufgaben erfüllt er neben anderen auch heute noch. So gehören Rottweiler zu Sondereinheiten, die Straßendemonstrationen überwachen. Und in Brasilien, wo viele Vertreter dieser Rasse zu Hause sind, wird er bei Manövern der Streitkräfte mit Fallschirmen abgesetzt - ein Beweis dafür, dass ihn so leicht nichts aufregt.

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