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Irischer Wolfhund (Irish Wolfhound)

Sein Name ist durchaus berechtigt - aber nicht, weil er  etwa wie ein Wolf aussieht, sondern weil er früher tatsächlich zur Wolfsjagd verwendet wurde, für die ihn sein kräftiges Gebiss und seine eindrucksvolle Muskulatur besonders geeignet machten. Doch trotz seiner riesigen Größe - der Irish Wolfhound gehört zu den größten Hunderassen der Welt - und seinem unerschrockenen, energischen Wesen hat dieser Windhund einen außerordentlich sanften und freundlichen Charakter. Sein mächtiger Körper hindert ihn keineswegs, fügsam und friedlich zu sein. Er ist zweifellos sehr alter Herkunft, und für sein Vorkommen in Irland gibt es zahlreiche schriftliche Belege. So schickte beispielsweise der Konsul Symmachus 393 aus Rom an seinen damals in England stationierten Bruder eine Nachricht, in der er sich dafür bedankte, dass dieser ihm sieben irische Windhunde gesandt habe. "Ganz Rom war bei ihrem Anblick in Erstaunen versetzt“, schrieb er. Später trugen die Wappen der Herrscher von Irland die Abbildung eines Wolfshundes mit 

der Devise: "Sanft, wenn man mich liebkost, schrecklich, wenn man  mich reizt." Im 12. Jahrhundert bot der König von Ulster 6000 Kühe für einen einzigen dieser Hunde. Als man sein Angebot ablehnte, entschloss er sich zu einer Schlacht. Im 16. Jahrhundert wurde ein Paar Wolfshunde als Geschenk an den König von Spanien gesandt. Das war übrigens zu dieser Zeit die traditionelle Gabe für Gesandte, Herrscher und andere hohe Persönlichkeiten. Wie begehrt der Irish  Wolfhound in ganz Europa war, zeigt die Tatsache, dass sich das irische Parlament 1652 genötigt sah, den Export von Wolfshunden zu verbieten, denn sie wurden in ihrer Heimat immer seltener, während die Wolfsplage ständig zunahm. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es nur noch wenige Exemplare, denn die Wölfe waren bis dahin mit Feuerwaffen so stark dezimiert worden, dass man die Hunde nicht mehr brauchte. Heute ist der Bestand der Rasse gesichert, und die Zahl ihrer Liebhaber nimmt zu.

Zur Geschichte

Die ältesten Beschreibungen der Rasse stammen aus dem 4. Jahrhundert, über ihre Herkunft gehen die Meinungen auseinander. Manche behaupten, dieser Hund sei aus einer Kreuzung von irischen Schäferhunden und Sloughis hervorgegangen, die sehr früh schon über den Ärmelkanal gebracht worden seien. Andere halten ihn für eine Kreuzung aus diesen beiden mit den  Deerhounds oder schottischen Windhunden. Die Rasse verschwand gegen Ende des 18. Jahrhunderts beinahe ganz, so dass der Graf von Gramont unbedenklich schrieb: "Den Irish Wolfhound, wenn er überhaupt je existierte, gibt es im Augenblick nicht mehr." Doch ab 1862 widmete sich Captain Graham der Wiederbelebung der Rasse. Er investierte dazu immense Summen und viel Zeit. Fast 20 fahre lang kreuzte er Deerhounds und Deutsche Doggen und wählte zur Weiterzucht nur die besten Tiere aus. Zu Beginn konzentrierte er sich auf die Größe; die Gleichförmigkeit des Körpers erreichte er erst später. In den USA wird der Irish Wolfhound immer noch zur Jagd auf Wölfe und Kojoten verwendet.

Ratschläge für die Haltung:

Die Rasse zeichnet sich durch Robustheit aus. Sie verträgt raues Wetter besser als große Hitze. Bis zum 15. Monat muss man bestes, mit Mineralstoffen und Vitaminen angereichertes Futter geben, da der Hund schnell wächst und weiche Knochen und Bänder hat. Sein Fell muss mit einem Metallkamm und einer harten Bürste gepflegt worden. Die Aufzucht der Welpen ist nicht einfach.

Standard

Allgemeine Erscheinung: Der Irish Wolfhound darf nicht soviel wiegen wie die Deutsche Dogge, aber mehr als der Deerhound, dem er gleichen soll. Trotz seiner Größe und kräftigen Statur wirkt er elegant.
Größe: Rüde mindestens 79 cm; Hündin 71 cm.
Gewicht: Rüde mindestens 54 kg; Hündin 40,5 kg.
Kopf: lang; Stirnknochen leicht erhöht, mit kleiner Furche zwischen den Augen; Schädel nicht zu breit; Schnauze lang und mäßig spitz.
Augen: dunkel.
Ohren: klein, wie beim Greyhound getragen.
Hals: eher lang, sehr kräftig, stark bemuskelt, gut gebogen, ohne Wamme.
Körper: sehr tiefe und breite Brust; Rücken eher lang als kurz; geschwungener, gut aufgezogener Bauch; gut bemuskelte, schräge Schultern.
Rute: lang und leicht gebogen, mäßig dick.
Gliedmaßen: vordere kräftig und gerade; hintere mit muskulösen, langen und starken Schenkeln und ziemlich tiefsitzenden und geradegestellten Sprunggelenken.
Pfoten: mittelgroß und rund, mit gewölbten und geschlossenen Zehen und kräftigen Krallen.
Haar: rau, hart, besonders hart und lang über den Augen und am Unterkiefer.
Farbe: grau, gestromt, rot, schwarz, reinweiß, rehfarben und jede andere Farbe, die beim Deerhound erscheint.
Fehler: Kopf zu leicht oder zu schwer; große Ohren; kurzer Hals; zu schmale oder zu breite Brust; eingesunkener Sattelrücken; gebogene Vorderläufe; ausgedrehte Pfoten; gespreizte Zehen; zu stark gebogene Rute; zu geringe Muskeln; zu kurzer Rumpf; rosa oder leberfarbene Augenlider; andere Farben als schwarz auf Lefzen und Nase.

Unglaublich, aber wahr: 98 cm am Widerrist
Der Irish Wolfhound gehört zu den größten Hunderassen der Welt, und seine riesige Gestalt hat häufig zu phantastischen Erzählungen Anlass gegeben, in denen die berichteten Tatsachen so übertrieben sind, dass sie wie Märchen klingen. So berichtete etwa der Naturforscher Goldsmith von der Existenz 120 cm großer Hunde. Marco Polo brachte aus China eine Nachricht mit, er habe dort Hunde von der Größe eines Esels angetroffen. Zweifellos ist das nicht gänzlich falsch, denn es gibt durchaus Esel, die kaum mehr als 100 cm messen. Floyd av Krooden hieß ein Prachtexemplar von Wolfhound, er wurde am 15. März 1968 geboren und erreichte schließlich 98 cm Widerristhöhe; er gehörte zu den größten und imposantesten Vertretern seiner Rasse. Spaßeshalber, aber auch um einen Vergleich der Größe zu haben, werden häufig lrish Wolfhounds neben kleinen italienischen Windspielen, die kaum 3 kg wiegen, fotografiert. Nicht weniger amüsant ist die Aufnahme im Buch der Rekorde, die einen riesigen Wolfshund in Gesellschaft eines winzigen Chihuahuas zeigt.

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