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Deutsch Kurzhaar

Deutsch Kurzhaar

Er gehört, darin sind sich die Fachleute einig, zu den besten Jagdhunden und kann in jedem Gelände verwendet werden; außerdem besitzt er viele Eigenschaften eines guten Begleithundes. Man schätzt ihn wegen seines angenehmen Wesens und seiner ausgeprägten Persönlichkeit ebenso wie wegen seines gefälligen Äußeren. Im Lauf des vorigen Jahrhunderts veränderten nämlich die Züchter sein ursprüngliches Erscheinungsbild und machten ihn geschmeidiger und leichter, wodurch er Eleganz und Adel erlangte. Damit wuchs auch seine Beliebtheit in ganz Europa, vor allem in Italien, Frankreich, Polen, Großbritannien, in den Niederlanden und in der Schweiz, wo er inzwischen einen festen Kreis von Anhängern hat. Der Kurzhaarige Deutsche Vorstehhund, wie er auch  genannt wird, kann überall eingesetzt werden, im Moor wie im Dickicht, im Wald wie im Gebirge. Voller Begeisterung und unermüdlich verfolgt er die Fährte, am liebsten  mit tiefer Nase, was eine Eigenart seiner Rasse ist. Die Jäger ziehen ihn den meisten anderen Vorstehhunden vor, weil er jede Art Wild zu suchen vermag und sich beim Vorstehen als äußerst zuverlässig 

erweist. Er ist ausdauernd und nicht kälteempfindlich. Im flachen Gelände ist er allerdings nicht ganz so schnell wie ein Setter oder Pointer. Bereits mit acht Monaten, also sehr früh, wird er geschlechtsreif Hündinnen dürfen aber erst im Alter von 18 Monaten zur Zucht verwendet werden. Bei seiner Erziehung und Ausbildung - er ist übrigens sehr lernwillig -  muss man äußerst sorgfältig und auch streng vorgehen, denn er versucht manchmal, seinem Herrn seinen Willen  aufzuzwingen. Der freundliche, intelligente Deutsch- Kurzhaar ist nebenbei auch ein guter, unbestechlicher Wachhund. Dieser gesellige Hund, der sich auch vorzüglich in einer Wohnung halten lässt, hat also einen langen Weg zurückgelegt vom kostbaren, begehrten Jagdhund, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts bei den deutschen Fürsten ebenso beliebt war wie bei den Wilderern, denen er durch seine Fähigkeit, im Dunkeln zu jagen, hervorragende Dienste leistete.

Zur Geschichte

Der Deutsch-Kurzhaar tauchte auf, als im 17 Jahrhundert in Preußen die Arkebuse als Jagdwaffe gebräuchlich wurde. Seine ersten Züchter führten spanische Bracken ein, die sie mit Bluthunden kreuzten, und schufen so den Deutsch Kurzhaar. Dieser alte Typ war noch längst nicht so edel wie der heutige, sondern ein wenig schwer, breit und stämmig. Aber er vereinigte die Eigenschaften eines Vorstehhundes für Feder- und Haarwild, eines Apportier- und eines Laufhundes, der Tag und Nacht auf der Fährte bleibt, mit denen eines Wach- und Begleithundes. Um 1830 beschlossen die Züchter, sein allgemeines Erscheinungsbild und seine Jagdeigenschaften zu verbessern, denn er lief ein wenig langsam und schwerfällig, und sein Witterungsvermögen reichte nicht an das der englischen Vorstehhunde heran. Die bereits durch verschiedene Einkreuzungen veränderte Rasse wurde nun durch Pointer veredelt. Es entstanden zwei Schläge: der Große und der Leichte Vorstehhund. Der letztgenannte hatte die Intelligenz seines Vorfahren geerbt, war aber schlanker und rascher, ein besserer Fährtensucher und Bringer als dieser und besaß außerdem eine feinere Nase. Der erste Deutsch-Kurzhaar wurde vom zuständigen Club 1872 eingetragen.

Ratschläge für die Haltung:

Der Deutsch-Kurzhaar soll einmal wöchentlich gebürstet werden. Man muss regelmäßig seine Ohren reinigen und darauf achten, dass sich die Haut zwischen den Ballen nicht entzündet, besonders wenn sie bereits gerötet ist und er sich sehr oft die Pfoten leckt. Bewegung ist wichtig.

Standard

Allgemeine Erscheinung: ein edler, widerstandsfähiger, schneller Hund.
Größe: Rüde 60-65 cm; Hündin 58-63 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt (30 kg).
Kopf: mittelstark, trocken, fein modelliert; flach gewölbter Schädel, leichter Stop; langer, kräftiger Fang; starke Kiefer; Scherengebiss; braune Nase.
Augen: mittelgroß, dunkelbraun.
Ohren: hoch und breit angesetzt, das Ende abgerundet, glatt an der Wange anliegend.
Hals: muskulös, mittellang, leicht gebogen.
Körper: muskulöse Schultern; kräftige, tiefe Brust; kurzer, breiter Rücken; kurze, breite, bemuskelte Nierenpartie, lange, breite Kruppe.
Rute: hoch angesetzt, kupiert, waagrecht oder leicht erhoben getragen.
Gliedmaßen: vordere gerade, gut bemuskelt; hintere mit kräftigen Oberschenkeln und starken, geraden Sprunggelenken.
Pfoten: fest und geschlossen, rund bis länglich; gewölbte Zehen; starke Krallen; sehr harte Sohlenballen.
Haar: kurz, dicht, derb, an der Brust reichlicher, an Kopf und Ohren feiner und kürzer; filzartige Unterwolle.
Farbe: braun ohne Abzeichen oder weiß gesprenkelt mit weißen Platten, weiß mit Braun gesprenkelt und mit brauner Maske sowie braunen Platten; Braunschimmel mit braunen Platten oder Tupfen; schwarz mit den gleichen Farbnuancen wie die Braunen; gelber Brand ist immer zugelassen.
Fehler: zu breiter Kopf; schmaler Schädel; zu ausgeprägter Stop; zu lange oder zu kurze Kiefer; zu schwere Lefzen; zu große Augen mit unpigmentierten Lidern; gerollte oder gefaltete Ohren, nicht tiefreichende Brust; Sattelrücken; Posthornrute, schwach bemuskelte Gliedmaßen; dreifarbiges Haarkleid; gewelltes, zu feines oder zu langes Haar; zu großer oder zu kleiner Körperbau.

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