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Deutsch Drahthaar

Deutsch Drahthaar

In Deutschland, seinem Ursprungsland, ist der Deutsch- Drahthaar sehr beliebt und am stärksten von allen drahthaarigen Hunden verbreitet; außerdem gehört er zu den jüngsten Zuchtprodukten. Tatsächlich wurde er erst zu Beginn dieses Jahrhunderts geschaffen - ein schöner Erfolg der Kynologie. Als Nachkomme der besten Vorstehhunde hat dieser vielseitige Hund von seinen verschiedenen Ahnen die hervorragende Jagdneigung, die mannigfaltigen Fähigkeiten, das ansehnliche Äußere und den guten Charakter geerbt. Er verdankt seinen Namen der Härte seines drahtigen Fells, das ihn wirksam gegen Kälte, Nässe und Verletzungen schützt, die er sich in Busch und Röhricht zuziehen könnte. Er ist wetterfest, mutig und unermüdlich, wie immer auch das Terrain beschaffen sein mag. Bei der Arbeit ist er energisch und beflissen, fast ein wenig hitzig, in gleicher Weise begabt für Wald und Sumpf, jagt Wild aller Art, befiedertes oder behaartes, groß oder klein, und betätigt sich auch gerne als ausdauernder Laufhund. So treibt er geschickt seinem Herrn 

einen Hasen zu oder apportiert mit sichtlichem Stolz einen Fasan oder ein Rebhuhn, das er vorsichtig zwischen den Zähnen trägt. Er folgt seiner Spur im Trab oder auch im vollen Lauf, so gut ist sein Geruchssinn entwickelt. Er ist auch im offenen Feld zu gebrauchen und lernt fast von sich aus vorzustehen. Als junger Hund ist er verspielt und liebevoll, überschäumend von Energie und Dynamik, die er sein ganzes Leben hindurch behält. Dennoch kann man mit seiner Ausbildung im Alter von einem Jahr beginnen. Von da an ist es nicht schwer, seinen manchmal vorhandenen Eigensinn zu dämpfen, und er wird rasch fügsam und diszipliniert. Mit seiner Treue und Anhänglichkeit ist er ein angenehmer Familiengenosse und weiß deren Mitglieder bei Gefahr zu verteidigen. Trotz gewisser Ähnlichkeiten muss man sich hüten, ihn mit Hunden aus der Rasse der Griffons, wie beispielsweise dem Korthals oder dem Spinone, zu verwechseln, sonst zieht man sich den Unwillen der Liebhaber zu.

Zur Geschichte

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschlossen die deutschen Jäger, einen neuen Schlag von rauhaarigen Vorstehhunden zu schaffen, der für alle Terrains und Wildbretarten verwendbar sein sollte. Gewünscht wurden ein gefälliges Aussehen, eine gute Nase und ein hartes und dichtes Deckhaar zum Schutz gegen Witterungsunbilden. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, begann man mit einer sorgfältig ausgewählten Rassekreuzung, bei der vor allem der Pudelpainter verwendet wurde, das Ergebnis einer Kreuzung zwischen dem englischen Pointer und dem Barbet, einem Ahnen des Pudels, ferner der Deutsch-Stichelhaar, ein Nachkomme der deutschen rauhaarigen Vorstehhunde des 18. Jahrhunderts, der Kurzhaar und der Korthals-Griffon. Der Versuch war erfolgreich. 1902 konstituierte sich der Verein Deutsch- Drahthaar, der den idealen Standard festlegte, vor allem was die Haarstruktur anlangte. 1912 zählte man bereits 700 registrierte Hunde, 1939 18000. Wegen der Abstammung von verschiedenen Rassen ist der Typus nicht in allen Ländern vollkommen identisch; daher muss die Übereinstimmung mit dem Standard beharrlich überwacht werden.

Ratschläge für die Haltung:

Man sollte das Fell ein- oder zweimal je Woche bürsten und im Frühjahr und Herbst während des Haarwechsels striegeln. Während der Grasblüte im Frühsommer muss man sehen, ob sich nicht Pflanzenteile im Fell verfangen haben, denn sie können zu Abszessen führen. Auch die Ohren müssen regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden. Die Rute sollte gleich nach der Geburt kupiert werden. Während des Wachstums braucht der Hund regelmäßig und viel Bewegung, mindestens einen Spaziergang pro Tag; später sollte er noch mehr freien Auslauf haben. Er passt sich dem Leben in der Wohnung an, zieht jedoch einen großen Garten vor und schläft Sommer wie Winter gern in der Hundehütte. Er hat eine robuste Gesundheit und scheut sich vor keinem Wetter. Sein Appetit ist beträchtlich; zur Jagdzeit sollte man ihn daher .reichlich füttern.

Standard

Allgemeine Erscheinung: Vorstehhund mittlerer Größe, kräftig gebaut und selbstbewusst, mit sehr harter Behaarung, die die ganze Haut bedeckt; intelligent, treu und energisch.
Größe: Rüde 60-67 cm; Hündin 56-62 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt (27-32 kg).
Kopf: mittellang; breiter Schädel; Hinterkopf wenig ausgeprägt; Fang breit und kräftig; mittelstarker Stirnabsatz; Nasenkuppe dunkelbraun; Nase gut geöffnet; kräftiges Scherengebiss; Lefzen anliegend und behaart.
Augen: dunkel, mittelgroß, lebhaft und mit intelligentem Ausdruck', buschige Brauen.
Ohren: mittellang, hoch angesetzt, dicht am Kopf herabhängend.
Hals: mittellang, kräftig.
Körper: schräge, gut angesetzte Schultern; tiefe und breite Brust; gut gewölbte Rippen; kurzer und gerader Rücken; muskulöse Lendenpartie; breite Hüften; lange, breite und leicht abfallende Kruppe; kurze, hoch angesetzte Flanken; nach hinten zu leicht aufgezogener Bauch.
Rute: in der Verlängerung des Rückens, gerade und waagrecht getragen, auf 1/3 gekürzt.
Gliedmaßen: vordere senkrecht, mit geraden Ellbogen; hintere mit starken, muskulösen Schenkeln, leicht gewinkelten Knie- und Sprunggelenken.
Pfoten: ovalrund, gut geschlossen, mit dicken, derben Ballen.
Haar: drahtig-hart, mittellang, dicht, eng am Körper anliegend, mit dichter Unterwolle; Haare gegen das Ende der Läufe zu kürzer, an Schultern und Rute dichter.
Farbe: hell- oder dunkelbraun, braun- sowie schwarzschimmelfarben.
Fehler: Haar zu fein, zu lang, weich oder gewellt; keine Unterwolle; zu schmaler oder zu spitzer Fang; Karpfenrücken; kurze oder erhöhte Kruppe; schmale Brust.

Zwei Hunde, die man nicht verwechseln sollte

Wer sich nicht auskennt, kann den Deutsch- Drahthaar mit dem Korthals-Griffon verwechseln, um so mehr als dieser zu den Vorfahren des Deutsch-Drahthaars gehört. Obwohl sie sich im Körperbau unterscheiden, besteht unbestreitbar eine gewisse Ähnlichkeit. Die jeweiligen Züchter verfolgten nämlich das gleiche Ziel, Hunde mit einem harten und widerstandsfähigen Fell zu züchten, das durch dichte Unterwolle verstärkt und so beschaffen sein sollte, dass das Tier gegen die Rauheit des kontinentalen Winters gut geschützt war. Als vielseitige Vorstehhunde gleichen sich Korthals-Griffon und Deutsch-Drahthaar auch in ihrem Verhalten bei der Jagd, jedoch nicht im äußeren Erscheinungsbild. Außerdem sind beide aus einer sehr komplizierten Rassenmischung hervorgegangen, wobei der Korthals-Griffon auf kontinentale Typen beschränkt blieb, während der Deutsch-Drahthaar auch Beimischungen englischen Bluts erhielt. Aber die Unterschiede sind ebenfalls deutlich sichtbar. Der Deutsch-Drahthaar ist zunächst größer und schwerer, sein Haar fühlt sich hart und steif an wie Stahlwolle, sein Fell schwankt von Hellbraun zu Dunkelbraun. Der Korthals-Griffon hingegen hat stärker betonte Augenbrauen und Barthaare, einen eckigen Fang, gröbere Haare, die an Wildschweinborsten erinnern, ein eher stahlgraues Fell mit braunen Flecken, oder er ist weiß mit Braun oder weiß mit Orange. Sein Charakter ist außerdem etwas sanfter als der des Deutsch- Drahthaars.

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