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Dalmatiner

Mit seinem weißen, schwarz getüpfelten Fell wirkt der Dalmatiner ausgesprochen elegant. Er ist ein kräftiger, wohlproportionierter und edler Hund. Die Farbe seines Fells erinnert an das der Deutschen Tigerdogge, aber damit hört die Ähnlichkeit bereits auf, denn der Dalmatiner ist kein molossoider Typ wie die Dogge. Er ist nämlich eindeutig eine Bracke und soll früher Bengalische Bracke geheißen haben. Trotz seines jugoslawischen Namens stammt er, und darin sind sich die meisten Fachleute einig, wohl nicht aus Jugoslawien. Nach manchen Kynologen wäre die einzige mögliche Verbindung zu diesem Land die Istrianer Bracke; denn sie gehört zu seinen Vorfahren, und ihr ähnelt er auch in der Gestalt. Manche Fachleute vermuten, dass er seinen Namen erhielt, weil er im Balkankrieg eingesetzt wurde. Damals verwendete man ihn speziell in Dalmatien vielfach als Meldegänger. Aber seine Fähigkeiten beschränken sich durchaus nicht auf Einsätze, wie sie ein Krieg erfordert. Jahrhunderte hindurch bewährte er sich sowohl als Wach- und Schutzhund wie auch als Zug- und Schlittenhund, seine Vielseitigkeit bewies er außerdem als verlässlicher Schäferhund und als unermüdlicher Helfer bei der Jagd. Man weiß von unzähligen Gemälden, Stichen und Skulpturen des 17. Jahrhunderts, dass er damals besonders bei der hohen Geistlichkeit sehr beliebt war. Der Dalmatiner ist immer neben Pferden dargestellt, und zwar aus gutem Grund, denn zu Pferden hat er eine besondere Zuneigung. Zur Zeit der Pferdepost wurde er von den Engländern, die recht in ihn vernarrt 

waren, Kutschenhund getauft. Der Dalmatiner begleitete die Tilburys, die leichten, zweirädrigen Wagen, und lief geschickt zwischen den Hufen der Pferde, stets im gleichen Trott, ohne sie jemals zu behindern. Aber er verharrte auch lange Stunden trotz Kälte und Nebel unbeweglich neben der Kutsche und den Pferden, um sie zu bewachen. Im 19. Jahrhundert gehörte es in England wie in Frankreich zum guten Ton, einer Equipage mehr Glanz zu verleihen, indem man sie von mehreren Dalmatinern begleiten ließ. Als höchster Schick galt, das Zaumzeug der Pferde in der Farbe den Hundefellen anzugleichen. Als in London die Wagen der Feuerwehr noch von Pferden gezogen wurden, gehörten die Dalmatiner sozusagen zum Gespann. Diese Tradition griff auch auf die USA über, wo diese Hunde sehr populär wurden. Seit der Motorisierung ihrer Fahrzeuge halten die amerikanischen Feuerwehrleute übrigens Dalmatiner als Maskottchen. Zum Begleithund geworden, hat sich der Dalmatiner als sehr geduldig und gelehrig erwiesen. Artig, wenn auch Fremden gegenüber ein wenig zurückhaltend, ist er ein vorzüglicher Schutzhund, der seinen Herrn, wenn nötig, mutig verteidigt. Er soll sich auch vortrefflich als Blindenführhund bewähren. Er liebt Kinder, spielt gerne mit ihnen und beweist dabei große Geduld. Wegen der dunklen Flecken auf seinem Fell, die an Rosinen erinnern, haben ihm die englischen Kinder nach ihrer Lieblingsspeise den Spitznamen plum pudding gegeben.

Zur Geschichte

Die Herkunft der Dalmatiner ist ziemlich ungeklärt. Gelegentlich spricht man von sehr fernen orientalischen Ahnen, und tatsächlich gibt es auf Fresken und Gemälden im Nahen Osten, in Ägypten und Griechenland Darstellungen von Hunden, die dem heutigen Dalmatiner ähneln. Manche glauben, dass er von der heute nicht mehr existierenden Bengalischen Bracke abstamme, die mit dem Bull Terrier und dem Pointer gekreuzt wurde. Die Annahme, dass der Dalmatiner, dann und wann auch "kleiner Däne" genannt, von der Deutschen Dogge abstamme, ist nachweislich falsch. Darin sind sich die Fachleute einig.

Ratschläge für die Haltung:

Dieser robuste Hund ist selten krank, braucht aber reichlich Auslauf. Er kann zu anlagebedingter Taubheit neigen oder an Blasensteinen leiden.

Standard

Allgemeine Erscheinung: kräftiger, aktiver, muskulöser und wohlproportionierter Hund.
Größe:. 50-61 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt (22-25 kg),
Kopf: mäßig lang, mit flachem Oberkopf und einigermaßen ausgeprägtem Stop; lange, kräftige Schnauze; anliegende Lefzen; schwarze Nase bei schwarz getüpfelten Tieren, braune bei leberfarbenen.
Augen: mittelgroß, rund, lebhaft, glänzend.
Ohren: eher hoch angesetzt, von mittlerer Länge.
Hals: ziemlich lang, gut gewölbt, leicht und schlank.
Körper: Schultern ein wenig schräg; Brust nicht zu breit, tief und geräumig; Flanken gut ausgebildet; Rücken muskulös; Lenden kräftig, gut bemuskelt und nur wenig gewölbt.
Rute: ein wenig nach oben gekrümmt getragen, stark am Ansatz, zur Spitze hin sich verjüngend.
Gliedmaßen: vordere gerade, mit kräftigem Knochenbau; hintere gut gewinkelt, gut bemuskelt.
Pfoten: rund, kompakt; Zehen gut gewölbt; Katzenpfoten.
Haar: kurz, hart und dicht, glatt und glänzend.
Farbe: weiß mit schwarzen oder leberbraunen Tupfen.
Fehler: schwarze und braune Tupfen beim selben Hund; gelbe Tupfen; blaue Augen; falsche Farben.

Das Fell des Dalmatiners
Ein Wurf eben geborener Dalmatiner kann überraschen: Er besteht aus vollkommen weißen Jungen. Ein schon bei der Geburt sichtbarer Tupfen (außer auf der Nase, am Ohransatz oder im Augenwinkel) ist ein Fehler. Erst am Ende der zweiten Woche zeigen sich die ersten Tupfen auf dem reinweißen Fell, und erst im Alter von etwa einem Jahr ist die Tüpfelung völlig ausgeprägt.

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