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Dackel, Teckel, Dachshund

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Rauhaarteckelzwinger vom Goldgrund 

Alles an dem Hund, der auch Teckel oder Dachshund genannt wird, ist Widerspruch: Die Länge seiner Läufe widerspricht den Proportionen seines Körpers, die Bosheit der Zärtlichkeit, die ihn als Gesellschaftshund kennzeichnet, und der Mut und die Ausdauer, die er als Jäger  beweist, der "Gier" seines Bellens, das aus einem noch so bescheidenen Großmaul hervorschießt und mehr als einen Herumstreicher in die Flucht schlagen kann. Wie schon sein Name Dachshund sagt, zögert er nicht, dieses wenig umgängliche Tier mit einer Kühnheit anzugreifen, die in umgekehrtem Verhältnis zu seiner Kleinwüchsigkeit steht. Er gehört zu den am meisten geschätzten und verbreiteten Gesellschaftshunden, wird aber auch als Jagdhund gehalten. Weder Buschwerk noch Dickicht können ihn aufhalten. Unermüdlich dringt er vor und stöbert bellend auf. Dank seines beachtlichen Geruchssinns zeichnet er sich vor allem aus, wenn es darum geht, weidwundes Wild aufzuspüren. Man sagt von ihm, er sei ein unfehlbarer Schweißhund, weil er in der Lage ist, einen Keiler 

oder einen Hirsch nach einem oder zwei Tagen aufzuspüren, wenn er ein paar Tropfen Blut des Tieres gewittert hat, und das sogar, wenn sich das Tier in irgendein Unterholz weit entfernt von dem Ort, wo es verletzt worden ist, geflüchtet hat. Gleichermaßen ist er Spezialist auf Hase und Kaninchen. Seine Behändigkeit und sein verkleinertes Format machen aus ihm einen kämpferischen Fuchsbauhund, der für Reineke so gefährlich wird wie für den Dachs. Der Dackel ist ein pfiffiger, sehr fröhlicher, ein klein  bisschen komödiantischer und eher dickköpfiger Gesellschaftshund, der mit liebenswerten Tricks versucht, sein Herrchen zu dressieren, anstatt sich selbst ausbilden zu lassen. Von Anfang an muss man ihn mit Milde, aber auch  mit Festigkeit an den ihm zustehenden Platz gewöhnen, andernfalls wird er sich bald den besten Sessel zu eigen  machen oder das Bett seiner Wahl mit Beschlag belegen und sich darin wie in einem Bau häuslich einrichten - und sich nicht so leicht ausquartieren lassen.

Zur Geschichte

Obwohl man aufgrund altägyptischer Skulpturen weiß, dass es kurzläufige Hunde schon sehr lange gibt, bleibt der Ursprung des Dackels im dunkeln. Er ist zwar eine  deutsche Zucht, aber seine Vorfahren kommen nicht aus Deutschland. Er soll aus der Dachsbracke entstanden sein. Auch der Bruno, ein Laufhund aus dem Jura, und der Basset Griffon Vendeen werden als Ahnen genannt, was aber umstritten ist. Der Dackel, wie wir ihn heute kennen, taucht in der Literatur erstmals im 18. Jahrhundert auf. Er kommt in drei Größen vor: als  Normal-, Zwerg- und Kaninchendackel, und zwar in drei Haararten: kurz, lang und rau. Aus dem Kurzhaardackel wurden die beiden anderen Spielarten weitergezüchtet.

Ratschläge für die Haltung:

Der Dackel ist ein starker Esser und neigt zur Fettleibigkeit, vor allem wenn er alt wird. Er kann von der Paralyse des Hinterleibs, der Dackellähme, befallen werden. Dabei wird das Rückenmark durch vorgefallene Bandscheiben geschädigt. Die Hündinnen neigen zu Scheinschwangerschaften.

Standard

Allgemeine Erscheinung: niedriger, langgestreckten, aber strammer Hund, der sich auf kurzen Läufen unbeschränkt bewegt; darf weder plump noch krüppelhaft erscheinen; auffallend die keck herausfordernde Haltung des Kopfes.
Größe: im Standard nicht erwähnt.
Gewicht: Normaldackel weniger als 9 kg; der Zwergdackel mit 15 Monaten nicht mehr als 35 cm Brustumfang und der Kaninchendackel im gleichen Alter nicht mehr als 30 cm.
Kopf: langgestreckt, sich bis zur Nasenspitze verschmälernd; Oberkopf nur flach gewölbt, mit geringem Stirnabsatz; Nasenrücken leicht gewölbt; Nasenlöcher gut offen; Fang weit dehnbar; Lippen straff, den Unterkiefer gut deckend; Gebiss stark entwickelt; kräftige, genau ineinandergreifende Eckzähne.
Augen: oval, seitwärts liegend, dunkelrotbraun bis schwarzbraun, mit energischem, doch freundlichem Ausdruck.
Ohren: hoch und nicht weit vorn angesetzt
Hals: genügend lang, muskulös, trocken, ohne Wamme, hoch getragen.
Körper: derbes, stark vorspringendes Brustbein; breiter, langer Brustkorb; leicht gewölbte Lendenpartie; Bauch mäßig aufgezogen; hoher, langer Widerrist.
Rute: in der Linie des Rückgrats angesetzt und verlaufend, ohne starke Krümmung.
Gliedmaßen: vordere muskulös, gedrungen, breit, mit stark knochigen Oberarmen und kurzen  Unterarmen; hintere mit derben Oberschenkeln und voll ausgerundeten Keulen, Unterschenkel im rechten Winkel zum Oberschenkel.
Pfoten: geschlossen, gut gewölbt.
Haar: beim Kurzhaar kurz, dicht, glänzend; beim  Rauhaar dicht, drahtig, mit Unterwolle; beim Langhaar lang, seidenartig.
Farbe: beim Kurzhaar rot, rotgelb, gelb, mit oder ohne schwarze Stichelung, zweifarbig oder getigert und gestromt; beim Rauhaar alle Farben und wie beim Kurzhaar; beim Langhaar wie beim Kurzhaar.
Fehler: Über- und Unterbiss; abgesetzte Brust; schwarze oder weiße Farbe ohne Brand; schwächliche, hochläufige Gestalt.

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