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Bayerischer Gebirgsschweißhund

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein leichter, sehr muskulöser Hund, der ausschließlich auf die Nachsuche von Rot-, Dam-, Schwarz-, Rehwild und Gams spezialisiert ist, d. h., er muss geschossenes oder angeschossenes Wild finden, und zwar auch im wildesten Gebirgsgelände. Er ist wetterfest - auch große Kälte und tiefe Schneelagen machen ihm nichts aus -, ausdauernd und lässt sich auf der Fährtensuche weder von Wasserläufen noch von Felswänden abhalten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass sein Führer ihm kaum mehr zu folgen vermag. Seinem Herrn ist er unverbrüchlich treu ergeben, er

 fordert von ihm aber sehr viel Fingerspitzengefühl. Wenn er richtig ausgebildet und mit viel Verständnis gehalten wird, setzt er sich bis zur Selbstaufgabe ein. Ein Jäger, der seinen Hund aus Versehen samt Riemen auf einer Fährte durchgehen ließ, fand ihn nach zwei Tagen eingeschneit in einem Gebüsch, in dem sich der Riemen verfangen hatte. Der Hund hatte den Riemen nicht durchgebissen und sich befreit, da ihm der festliegende Riemen als Zeichen galt, auf seinen Herrn zu warten.

Zur Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging man in den Hochgebirgsregionen von den Großjagden mit vielen Treibern und Hetzhunden immer mehr auf die Einzeljagd mit Pirsch und Ansitz über. Dafür eigneten sich die temperamentvollen und leichtfüßigen Bracken nicht in gewünschter Weise, und der ruhige, suchfeste Hannoversche Schweißhund war für das schwierige Gebirgsgelände zu schwer. Man kreuzte daher Brache und Hannoveraner und erhielt so den Bayerischen Gebirgsschweißhund, der die Suchfestigkeit des Hannoveraners und die Leichtigkeit und Hetzfreude der Bracken aufwies. Der Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde wurde 1912 gegründet; der Standard besteht seit 1883.

Ratschläge für die Haltung:

Der Hund gehört in die Hand eines erfahrenen Jägers.

Standard

Allgemeine Erscheinung: sehr beweglicher, muskulöser Hund mit etwas langgestrecktem Körper.
Größe: Rüde 48-50 cm; Hündin bis 45 cm.
Gewicht: im Standard nicht erwähnt.
Kopf: Oberkopf verhältnismäßig breit, flach gewölbt, nicht zu schwer; Fang nicht zu lang und nicht zu spitz; Nase schwarz, auch dunkelrot.
Augen: klar, dunkelbraun, auch etwas heller.
Ohren: schwer, hoch und breit angesetzt, ohne Drehung an den Kopfseiten herabhängend.
Hals: mittellang, kräftig.
Körper: Rücken nicht zu kurz, aber kräftig; Nierenpartie breit, bemuskelt, leicht gewölbt; Kruppe lang, flach zur Rute verlaufend; Brust nicht zu breit; Bauch hinten leicht aufgezogen.
Rute: hoch angesetzt und horizontal oder leicht schräg abwärts getragen.
Gliedmaßen: vordere starkknochig, von vorn gesehen gerade, stark bemuskelt; hintere mit breiten und langen Keulen, von hinten gesehen parallel zueinander stehend.
Pfoten: gut gewölbt, mit widerstandsfähigen Ballen und geschlossenen Zehen.
Haar: dicht, mäßig rau, mit wenig Glanz.
Farbe: tiefrot, hirschrot, rotbraun, rotgelb, fahlgelb bis semmelfarben, rotgrau.
Fehler: kurz zusammengeschobene Figur; zu hohe oder zu niedrige Läufe; zu schwache, leichte Knochen; Mangel an Muskulatur.

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